28. NOVENTI OPEN  12. – 20. Juni 2021

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Andrey Rublev zieht als erster Spieler in Endspiel ein

Der Russe bezwingt im Duell der harten Vorhände Nikoloz Basilashvili

Der letzte verbliebene Turnierfavorit glänzt bei den 28. NOVENTI OPEN in dieser Rolle weiter: Andrey Rublev, an vier gesetzt, hat das Endspiel erreicht. Im Halbfinale bezwang er den Georgier Nikoloz Basilashvili in einem Hochgeschwindigkeitsmatch mit 6:1, 3:6, 6:3.

Wer beide Spieler kennt, hatte sich auf das Duell der mächtigen Vorhände gefreut. Denn was die beiden da aus dem Arm zaubern, gehört zum härtesten im Tenniszirkus überhaupt. Doch im ersten Satz kam es zu selten zu diesen Duellen. Basilashvili, genannt Niko, fand sein Spiel einfach nicht. Rublev dagegen war sofort da, spielte auf hohem Niveau und ließ seine gewaltige Vorhandpeitsche immer wieder sprechen. Ein Break zum 2:0, eines zum 4:0. Die Partie zog am Georgier vorbei. Im fünften Spiel hatte er dann zumindest selbst einen Breakball, doch Rublev wehrte diesen souverän ab: 5:0.

Nach 25 Minuten machte der Georgier dann immerhin sein erstes Spiel zum 1:5. Danach ließ Basilashvili, zweifacher Sieger von Hamburg, den Physio kommen. Offenbar hatte er Probleme mit dem rechten Bein. Auf einem Handtuch vor seiner Bank liegend, wurde der 30. der Weltrangliste minutenlang gedehnt und massiert. Es ging zur Freude der Zuschauer weiter. Für ihn hatte das Turnier ungewöhnlicher Weise mit einem Auftritt in der Qualifikation begonnen. Er hatte die Meldefrist fürs Hauptfeld verpasst und musste so zwei zusätzliche Matches bestreiten. Doch beim schwierigen Wechsel von Sand auf Rasen schätzen viele Spieler Matchpraxis besonders. All das half dem früheren Schützling des deutschen Trainers Jan de Witt gegen Rublev im ersten Durchgang nicht: 1:6.

Ganz anders aber der zweite Satz. Jetzt gab es sie, die knallharten Duelle mit der Vorhand. Basilashvili war nun drin im Match. Im vierten Spiel schnupperte er an einem Breakball, im sechsten Spiel hatte er ihn dann. Rublev wiederum begann zu schimpfen. Als der Georgier das Break machte, krachte der Schläger des Russen auf den Rasen. Wenig später stand es 1:1 nach Sätzen. Später verriet Rublev, dass es gar nicht Nikos Vorhand ist, die er fürchtet, sondern dessen Rückhand. "Das ist eine der besten auf der Tour und da ziehe ich im direkten Duell den Kürzeren. Deshalb habe ich eher versucht auf seine Vorhand zu spielen."

Die Frage lautete jetzt: Wer wackelt zuerst? Zunächst schien es der 23-jährige Favorit zu sein, denn beim 27-jährigen Zufallsqualifikanten lief auch noch die Rückhand heiß. Doch im sechsten Spiel kippte die Lage. Basilashvili traf den ersten Aufschlag plötzlich kaum noch, streute zwei schwere Rückhandfehler ein und kassierte das Break. Rublev war jetzt wieder so solide wie zu Beginn. Bei 5:2 für den Russen riss dem Georgier schließlich für einen Moment völlig der Faden und er sah sich bei 0:40 drei Matchbällen gegenüber. Er wehrte sie allesamt ab und verkürzte noch einmal auf 5:3. Gab es noch einmal eine Chance für ihn? Andrey Rublev war anderer Meinung und zog drei Minuten später in sein erstes Finale auf Rasen ein. 

11 Endspiele hat Rublev bislang bestritten, acht davon gewonnen. Wie macht er das? "Ich weiß es nicht. Ich spiele nicht anders in Finals oder verhalte mich anders", sagte er nach dem Match und schob schnell nach: "Und das letzt Finale in Monte Carlo habe ich glatt verloren." Bloß keinen Druck aufbauen für den Sonntag.

Andrey Rublev steht zum ersten Mal im Finale der NOVENTI OPEN. FOTO: NOVENTI OPEN/Mathias Schulz
Aus der Quali ins Halbfinale - Nikoloz Basilashvili erlebte trotz der Niederlage eine gute Turnierwoche. FOTO: NOVENTI OPEN/Mathias Schulz