28. NOVENTI OPEN  12. – 20. Juni 2021

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Das ist das große Finale der 28. NOVENTI OPEN: Andrey Rublev gegen Ugo Humbert

Wer wird der Nachfolger von Rekord-Champion Roger Federer?

Es steht fest, das große Finale der 28. NOVENTI OPEN von Halle. Und es gehört eindeutig der Tenniszukunft. In den Zeiten der großen Drei Roger Federer (39), Rafael Nadal (35) und Novak Djokovic (34) sind Spieler mit Anfang 20 noch als Nachwuchs zu bezeichnen. Das war früher mal anders.

Andrey Rublev, Finalist 1, ist 23 Jahre alt und längst mehr als ein Talent. Der Russe hat sich in den Top Rten etabliert und bereits acht Turniere gewonnen. In Monte Carlo schlug er in diesem Jahr sogar Rafael Nadal auf Sand. Und als einziger Gesetzter im Endspiel der NOVENTI OPEN kommt ihm die Favoritenrolle zu. In einem Rasenendspiel stand der blonde Moskauer allerdings noch nie. Überhaupt ist der grüne Untergrund nicht sein Lieblingsbelag. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Rublev lebt von seiner Power: bei der Vorhand, beim Aufschlag. Und er hat in den letzten Monaten eine weitere Stärke dazugewonnen. Das Umsetzen von negativer Energie in positive. Schnell gerät er auf dem Court schon mal in Wut, schreit sie heraus, schimpft und wirft den Schläger, doch er beruhigt sich danach schnell und findet seinen Fokus wieder. Das war in den ersten Jahren seiner Karriere noch anders. Rublev ist einer, dem die Tennisgegenwart und -zukunft gehört. Er stand schon bei allen Grand Slams im Viertelfinale - außer in Wimbledon. Doch ein Erfolg in Halle könnte ihn dort auch beflügeln.

Wesentlich unbekannter ist Rublevs Finalgegner. Ugo Humbert aus Metz, Nummer 31 der Welt,  dürfte bisher vor allem in Frankreich aufgefallen sein. Doch spätestens nach der Woche von Halle dürfte sich das ändern. Was der 22-Jährige hier bietet, ist bemerkenswert. Da darf er ruhig voller Selbstbewusstsein nach dem Halbfinale sagen, er sei wohl zurzeit einer der besten Spieler auf Rasen. Zu spüren bekam das in Halle zuerst Mitfavorit Alexander Zverev. Der spielte richtig stark im Achtelfinale gegen Humbert. Pech nur, dass der Franzose noch stärker spielte. „Ich weiß nicht, was ich heute groß hätte ändern sollen“, sagte der Deutsche nach der Niederlage. Ein viel größeres Kompliment kann man dem Gegner nicht machen. Heißt nämlich im Prinzip: Der war heute nicht zu packen. Humbert setzte das vor allem im Halbfinale gegen Felix Auger-Aliassime fort. Wieder war er Außenseiter, wieder gewann er. Dabei wirkt der sehr drahtige Franzose wenig beeindruckend, wenn er den Court betritt. Doch der Lockenkopf serviert hart und präzise, ist pfeilschnell und naht einen ähnlich schnellen linken Schlagarm wie einst Landsmann Henri Leconte. Was er diesem aber wohl voraus hat: er hat Nerven aus Stahl. Alle vier Partien bis zum Endspiel gewann er in drei Sätzen. Ins Finale geht er mit einer weißen Weste, was Endspiele angeht: zwei bestritten, zwei gewonnen. Wer übrigens genau in die Statistik guckt, wird feststellen, dass Humbert sein Rasenpotenzial schon einmal auf der größten Bühne des Welttennis angedeutet hat: In Wimbledon brauchte es 2019 im Achtelfinale niemand Geringeren als Novak Djokovic um ihn zu stoppen.

Auf der ATP-Tour haben Rublev und Humbert einmal gegeneinander gespielt. Das war 2020 in St. Petersburg. Der Russe gewann – mit 7:5 im dritten Satz.  Auf geht’s ins Finale der 28. NOVENTI OPEN.

Andrey Rublev hat von elf Finals acht gewonnen - eine beeindruckende Bilanz. FOTO: NOVENTI OPEN/Mathias Schulz
Ugo Humbert steht in seinem dritten Finale. Die beiden bisherigen hat er gewonnen. FOTO: NOVENTI OPEN/Mathias Schulz