28. NOVENTI OPEN  12. – 20. Juni 2021

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Marathon-Mann Ugo Humbert siegt erneut in drei Sätzen

Der Franzose zieht durch einen 6:4, 3:6, 7:6(5)-Erfolg über Felix Auger-Aliassime in das Finale ein

Zumeist wird auf der ATP Tour auf Hart- oder Ascheplätzen gespielt. Auf Rasen schlagen die Tennisprofis dagegen nur einen kurzen Zeitraum auf. Umso bemerkenswerter ist, dass Felix Auger-Aliassime und Ugo Humbert in ihrer jungen Karriere bereits dreimal aufeinander trafen – und das dreimal auf Rasen. War die Bilanz vor der Halbfinalpartie in Halle ausgeglichen – der Franzose siegte 2019 in Wimbledon, der Kanadier gewann in diesem Jahr in Stuttgart – so führt nun Ugo Humbert in diesem direkten Vergleich. Und nicht nur das: Der 22-Jährige steht durch seinen 6:4, 3:6, 7:6(5)-Erfolg im Finale der diesjährigen NOVENTI OPEN.

Felix Auger-Aliassime begann stark, servierte in seinem ersten Aufschlagspiel gleich drei Asse und holte sich anschließend gleich das erste Break. Ugo Humbert ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen. Es folgte sofort das Rebreak und fortan diktierte der Franzose das Geschehen auf dem Center Court. Seine Aufschläge kamen präzise und mit seiner Vorhand übte er mehr und mehr Druck auf den Kanadier aus. Und Ugo Humbert nutzte seine Chancen – zunächst zum 4:3 mit einem weiteren Break und kurze Zeit später bei seinem ersten Satzball zum 6:4.

Scheinbar unbeirrt ging der 22-jährige Franzose seinen Weg weiter, während Felix Auger-Aliassime den Satzverlust noch nicht so recht verkraftet zu haben schien. So musste der Kanadier sofort das nächste Break hinnehmen. Platzierte Aufschläge, druckvolle Grundlinienschläge, Stops – Ugo Humbert agierte mit allem, was sein Repertoire zur Verfügung hat und er zeigte dabei seine ganze Klasse. Felix Auger-Aliassime hingegen blieb unter den Erwartungen. Der Federer-Bezwinger spielte nicht konstant genug, produzierte zudem zu viele Fehler. Doch als alle schon an ein schnelles Ende des Matches gedacht haben, drehte sich die Partie. Ugo Humbert schwächelte und Felix Auger-Aliassime nutzte diese Schwächephase vollkommen aus. Es gelangen ihm fünf Spielgewinne in Folge und aus dem 1:3-Rückstand wurde ein 6:3-Satzgewinn.

So musste der Franzose erneut drei Sätze spielen. Dies war auch in den drei Matches zuvor der Fall gewesen – bekanntermaßen mit Erfolg. Und auch dieses Mal sollte es reichen. Sowohl Ugo Humbert als auch Felix Auger-Aliassime blieben im dritten Durchgang voll fokussiert. Beide kämpften um jeden Punkt. Hochspannung war angesagt. Zwar gab es für jeden zwei bzw. drei Breakbälle im Verlauf des Satzes, dennoch brachte jeder seinen Aufschlag stets durch. Wie es sich für dieses Match gehörte, ging es zum Abschluss in den entscheidenden Tie-Break. Mit 7:5 behielt der Franzose die Oberhand, der seinen Jubel nach dem verwandelten Matchball laut herausschrie. "Ein großartiger Sieg", sagte er und verriet gleich das Erfolgsgeheimnis. "Ich bin immer voll konzentriert geblieben und vor allem blieb ich bei seinem Aufschlag immer dran."

Alexander Zverev hatte nach seiner Niederlage gegen Humbert in Halle davon gesprochen, dass Humbert einer der gefährlichsten Spieler auf Rasen sei. "Ja, das ist wohl so, Rasen liegt mir, da bin ich einer der besten zurzeit", sagte der Mann aus Metz. Als Linkshänder habe er noch dazu einen Vorteil beim Aufschlag. Andrey Rublev wird sich also im Finale auf Einiges gefasst machen müssen.

 

Ugo Humbert steht nach erstmals im Finale der NOVENTI OPEN. Foto: NOVENTI OPEN/Mathias Schulz